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Konsequenz oder Risikofaktor: welche Rolle spielen kognitive Bias bei Depression im Kindes- und Jugendalter? - die KROKO-Studie


Ein Schwesterprojekt von GENERAIN
Gefördert durch die Friedrich-Baur-Stiftung

Hintergrund:
Aus Studien an Erwachsenen wissen wir, dass an Depression erkrankte Menschen Bilder und Geschichten mit emotionalem Inhalt anders wahrnehmen und verarbeiten als Menschen, die nicht an einer Depression erkrankt sind. Möglicherweise spielen diese verzerrten Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozesse (sogenannte kognitive Bias) bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von schlechter Stimmung eine Rolle. Diese Prozesse wurden jedoch bei Kindern und Jugendlichen, die an einer Depression erkrankt sind, noch nicht ausreichend erforscht. Außerdem ist nicht bekannt, ob diese Veränderungen in Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozessen eine Konsequenz der Depression sind oder ein Risikofaktor, der bereits vor Erkrankungsbeginn vorhanden ist und die Entstehung der Erkrankung begünstigen könnte. Daher möchten wir in der KROKO-Studie untersuchen, inwieweit Kinder und Jugendliche, die an einer Depression erkrankt sind, eine veränderte Wahrnehmung und Verarbeitung von Bildern und Geschichten mit emotionalem Inhalt zeigen und ob diese veränderte Wahrnehmung und Verarbeitung eine Folge der Erkrankung ist oder ein Risikofaktor. Dieses Wissen kann uns dabei helfen, wirksame Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Ziel der Studie
Das Ziel der KROKO-Studie ist es, herauszufinden, ob Kinder und Jugendliche, die an einer Depression erkrankt sind, sich hinsichtlich der Verarbeitung von Geschichten und Bildern mit emotionalem Inhalt von Kindern, die nicht an einer Depression erkrankt sind und entweder ein hohes oder niedriges Erkrankungsrisiko haben, unterscheiden. Indem wir Kinder und Jugendliche mit einer Depression mit einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die nicht erkrankt sind, aber ein erhöhtes Risiko haben an einer Depression zu erkranken (da sie mit einem Elternteil aufwachsen, der von einer Depression betroffen ist), vergleichen, können wir untersuchen, ob es sich bei den veränderten Verarbeitungsprozessen um eine Folge der Erkrankung handelt oder um einen Risikofaktor, der bereits vor Erkrankungsbeginn vorhanden ist und möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung einer Depression bei Kindern und Jugendlichen spielt.

Probanden gesucht
Zur Beantwortung unserer Fragestellung vergleichen wir drei Gruppen miteinander:


Aktuell suchen wir vor allem Kinder und Jugendliche in der erkrankten Gruppe im Alter von 9-14 Jahren.

Durchführung der Studie
Um mögliche Verzerrungen in Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozessen zu erfassen kommen verschiedene behaviorale Maße (z.B. Reaktionszeiten) sowie Eye-Tracking (d.h. die Aufzeichnung von Augenbewegungen) zum Einsatz.

Für die Kinder und Jugendlichen besteht die Studie aus ein oder zwei Terminen, die jeweils ca. 1,5 Stunden dauern. Für die Eltern besteht die Studie aus einem Termin (ca. 1,5 Stunden).

 
Sitzung 1
(ca. 1,5 Stunden)

Interview
Denksportaufgabe
Fragebögen
 
   
Sitzung 2
(ca. 1,5 Stunden)

Traurigen Filmausschnitt anschauen
Aufgaben am Computer mit emotionalen Bildern und Geschichten
Messung der Augenbewegungen
Lustigen Filmausschnitt anschauen


Sitzung 1
Beim ersten Termin erfolgt eine diagnostische Abklärung mit Hilfe eines Interviews, eines kognitiven Tests sowie einige Fragebögen.

Sitzung 2 (einige Tage später)
Beim zweiten Termin werden Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozesse mit Hilfe von verschiedenen Aufgaben am Computer gemessen. Bei einigen Aufgaben zeichnen wir auch die Augenbewegungen mit Hilfe eines "Eye-Trackers" auf.

Sitzung mit den Eltern
Mit den Eltern wird ebenfalls ein Interview über das Befinden des Kindes durchgeführt. Zudem sollen einige Fragebogen über das Kind und auch über das eigene Befinden aufgefüllt werden.

Als Aufwandsentschädigung erhalten teilnehmende Kinder und Jugendliche 30€.

Mitarbeiterinnen
Dr. Belinda Platt (Projektleiterin)
Anca Sfärlea (Diplom-Psychologin, Co-Projektleiterin)


Kontakt
Sollten Sie daran interessiert sein, an der Studie teilzunehmen, oder haben Sie Fragen zur Studie, so können Sie sich gerne an uns wenden:
Dr. Belinda Platt: Belinda.Platt@med.uni-muenchen.de, Tel. 089 4400 56932
Anca Sfärlea: Anca.Sfaerlea@med.uni-muenchen.de, Tel. 089 4400 55917



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